CORD
Einer unserer Lieblingsstoffe für Herbst und Winter, Cord, ist sofort an seiner unverwechselbaren, gerippten Textur erkennbar, die an parallel nebeneinandergelegte Kordeln erinnert. Ursprünglich aus dem alten Ägypten stammend, später von der britischen Monarchie übernommen und von der Boheme der 70er-Jahre wiederentdeckt, bleibt er ein zeitloses Standardmaterial in unseren Kollektionen.
Cord entwickelte sich aus einem Fustian-Gewebe, das erstmals in Al-Fusṭāṭ, einem heutigen Stadtteil Kairos in Ägypten, hergestellt wurde, woher auch der Name stammt. Ursprünglich war es ein grobes Gewebe aus Leinen und Baumwolle, in dem drei statt der üblichen zwei Fadensätze miteinander verwoben wurden. Der zusätzliche Fadensatz fungierte als Füllgarn und bildete Flottungen, die dem Gewebe eine gröbere Struktur und höhere Haltbarkeit verliehen. Bei Cord „schwimmen" die zusätzlichen Füllfäden teilweise auf der Stoffoberfläche und werden nach dem Weben geschnitten und gebürstet, sodass die charakteristischen kordelartigen Flore entstehen.
Da das Webverfahren äußerst aufwendig war, blieben Cordstoffe zunächst den Königshäusern und der Oberschicht vorbehalten. Mit der Industriellen Revolution und der Mechanisierung der Textilproduktion verbreitete sich der Stoff zunehmend und entwickelte jene Form, die wir heute kennen. Geschätzt für seinen Tragekomfort und seine Strapazierfähigkeit, erfreute sich das Gewebe bald auch bei Arbeitern großer Beliebtheit. Seine größte Popularität erreichte es jedoch in den 1970er-Jahren, als Cordkleidung zum Symbol der Arbeiterklasse und der Hippie-Bewegung wurde. Populär gemacht durch kulturelle Ikonen wie die Beatles, Mick Jagger und Bob Dylan sowie durch große Modehäuser, avancierte Cord zum Sinnbild dieser Ära. Auch wenn er heute vielleicht nicht mehr so allgegenwärtig ist, ist er dennoch nie aus der Mode gekommen.
Weiterentwicklungen
Da die Herstellung von Cord naturgemäß komplex ist, ähneln sich die meisten heute produzierten Cordstoffe sehr stark. In unseren Kollektionen betonen wir seine Vielseitigkeit, indem wir Cord in unterschiedlichen Stärken und Florhöhen einsetzen – von feinem Pinwale-Cord, der sich ideal für leichte Frühlingsblusen eignet, bis hin zu dickem Jumbo-Cord, der unseren Hosenmodellen markanten Charakter verleiht.
Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, mit Cord noch einen Schritt weiterzugehen, indem wir einzigartige Cordstoffe präsentieren, die von unseren Poetry-Designern entworfen wurden. In enger Zusammenarbeit mit unseren Partnerbetrieben entwickeln wir Cordstoffe mit reichhaltigen, ineinander verwobenen Farbmustern und formen den Flor so, dass strukturierte Karos entstehen. Dabei nutzen wir die charakteristische Rippenstruktur des Materials auf innovative Weise.
Jeder von uns entworfene Cordstoff wird speziell für das jeweilige Kleidungsstück gefertigt. Gewicht, Weichheit und Charakter des Gewebes sind dabei sorgfältig auf unsere gestalterische Vision des jeweiligen Modells abgestimmt.
Von historischen Webstühlen bis zu modernen Laufstegen hat Cord bewiesen, dass er sich anpassen, überdauern und immer wieder inspirieren kann. Praktisch und ausdrucksstark zugleich trägt er die Geschichte in jeder Rippe und eröffnet zudem unendlichen Raum für Innovationen. Genau deshalb bleibt Cord ein wesentlicher Bestandteil unserer Kollektionen – sorgfältig gefertigt, kreativ neu interpretiert und stets bereit, jeder Saison Tiefe, Textur und Charakter zu verleihen.




