YAK
Yak ist vielleicht nicht die erste Faser, die einem in den Sinn kommt, wenn man an unsere Signature-Kollektionen denkt. Aber im Stillen hat sie einige unserer Hanf- und Bio-Baumwollstoffe verwandelt, indem sie ihnen einen weicheren Griff und ein wärmeres Tragegefühl verleiht.
Das Dach der Welt
Die Yakfasern in unseren Kollektionen stammen von langhaarigen, domestizierten Yaks (Bos grunniens), die auf der weitläufigen Qinghai-Hochebene beheimatet sind. Sie liegt nördlich des Himalayas und wird wegen ihrer ausgedehnten Landschaft und einer durchschnittlichen Erhebung von über 4.500 Metern oft als „Dach der Welt“ bezeichnet.
Seit Tausenden von Jahren sind Yaks ein wesentlicher Bestandteil des Lebens der lokalen Hirten. Die Tiere werden nicht nur wegen ihrer Stärke in der Landwirtschaft und beim Transport geschätzt, sondern liefern auch Milch, Fleisch und Wolle. Yaks gedeihen in dem extremen Klima der Region, in dem nur wenige andere Tiere überhaupt existieren können, und spielen eine wichtige Rolle im Leben der lokalen Gemeinschaften.

Zudem sind Yaks sanfte Weidetiere, die den Boden nur minimal beanspruchen. Im Gegensatz zu Ziegen, die härtere Hufe haben und die Pflanzen beim Fressen oft mit den Wurzeln ausreißen, haben Yaks weichere Hufe und weiden, ohne das Wurzelwerk zu beschädigen. Zusammen mit ihren vielfältigen Einsatzmöglichkeiten schont dies die Umwelt, da sie nicht nennenswert zur Versteppung der Landschaft beitragen.
Drei Fellarten
Langhaarige Yaks haben drei unterschiedliche Schichten in ihrem Fell. Die äußerste ist das lange Deckhaar – sehr grobes Haar, das Schutz vor Wind und rauem Wetter bietet. Traditionsgemäß wurde diese Schicht zur Isolierung bei der Herstellung von Zelten, für Seile und andere langlebige Gebrauchsgüter verwendet.
Darunter befindet sich die mittlere Schicht, die aus mittelgrober Wolle besteht. Aus ihr werden in der Regel Teppiche, Polsterungen und verschiedene Haushaltsgegenstände gefertigt, da sie Stärke und Wärme zu gleichen Teilen verbindet.

Die innerste Schicht, bekannt als Khullu, ist die feine Unterwolle, die im Bereich des Halses besonders weich ist. Diese Faser wächst, um das Tier gegen die extreme Winterkälte zu isolieren und wird im Frühjahr auf natürliche Weise abgeworfen, so dass sie durch Kämmen gewonnen werden kann. Mit einem Durchmesser von etwa 16-20 Mikron ist Khullu ähnlich weich wie Kaschmir. Aufgrund seines relativ geringen Ertrags und der Bedeutung des Yaks für andere Zwecke werden die Tiere nicht in erster Linie wegen ihrer Fasern gehalten, was Khullu sowohl selten als auch teuer macht.

Obwohl die Yakfaser so weich wie Kaschmir ist, ist ihre Stapellänge kürzer, weshalb sie am besten in Verbindung mit anderen Fasern eingesetzt wird. Wir kombinieren Yak mit Bio-Baumwolle und Hanf, um einzigartige und funktionelle Stoffe zu erhalten. Zu unseren Favoriten gehören Yak-Cord, Twill-Gewebe und unser neuester Zugang: ein Jersey aus Hanf, Bio-Baumwolle und Yak. Selbst in geringen Mengen verleiht Yak dem Stoff spürbare Weichheit, Wärme und Leichtigkeit.
Wir verwenden ausschließlich ungebleichte Yakfasern. Von Natur aus dunkelbraun, durchziehen sie unsere Kleidungsstücke als dezente, dunklere Sprenkel. Dies verleiht den Stoffen die schöne, melierte Anmutung, die wir so lieben, und spart gleichzeitig Energie und Ressourcen, da Bleichprozesse vermieden werden.

